Alexei mit seiner Ehefrau Witalina am 5. Juni 2026.

Verbüßte Strafen

Alexei Djadkin verließ das Straflager in Lipezk, nachdem er die gesamte verhängte Strafe verbüßt hatte.

Am 5. Juni 2026 wurde Alexei Djadkin freigelassen. Er verbrachte fast sechs Jahre hinter Gittern. „Die ganze Zeit über hat Gott mich nicht verlassen“, sagte der 37-jährige Gläubige nach seiner Entlassung. „Alles ist gut. Ich bereue meine Entscheidung nicht.“

Die ersten 2,5 Jahre hielt man Alexei im Untersuchungsgefängnis – in dieser Zeit erhielt weder er noch seine Ehefrau Witalina Besuche. Erst nach seiner Verlegung ins Straflager änderte sich die Situation. „Als wir uns umarmten, standen wir lange und konnten kaum glauben, dass wir uns wirklich wiedersehen“, erinnerte er sich an das erste Treffen nach mehreren Jahren der Trennung.

Sogar hinter Gittern fand Alexei Möglichkeiten, seine Ehefrau zu unterstützen. Witalina erzählte von einer dieser Situationen: „Wir hatten ein dickes Notizbuch. Zuerst schrieb er hinein, danach, bis zur nächsten Verhandlung, schrieb ich… Wenn ich eine Zeit lang keinen Kontakt zu ihm hatte, nahm ich das Notizbuch und hatte das Gefühl, dass er mit mir spricht.“

Laut Alexei halfen ihm Briefe dabei, während der langen Jahre die richtige Sichtweise zu behalten und sich auf Positives zu konzentrieren. „Das ist wirklich etwas Besonderes… Einmal bekam ich einen leeren Brief, nur den Umschlag. Als ich meinen Namen darauf sah, wusste ich: Jemand hat an mich gedacht“, sagte er mit Tränen in den Augen. „Vielleicht ist der eigentliche Brief aus irgendeinem Grund nicht angekommen, aber die Fürsorge und Liebe fühlte ich trotzdem.“

Im Straflager galt Alexei als besonders fleißig – viele Reparaturen im Haus wurden von ihm durchgeführt. Er nahm zudem an Sportveranstaltungen teil und gewann Preise. Eine Mitarbeiterin, die mit den Gefangenen arbeitet, bezeichnete Alexei als einen der positivsten Menschen im ganzen Straflager.

Alexei Djadkin wurde im Rahmen eines Strafverfahrens gegen fünf Zeugen Jehovas aus Gukowo (Gebiet Rostow) verurteilt. Er wurde zuletzt freigelassen. Einige Gläubige aus dieser Region bleiben weiterhin hinter Gittern.

Fall Moissejew und andere in Gukowo

Fallbeispiel
Im August 2020 führten Ermittlungsbeamte Hausdurchsuchungen in den Wohnungen von Bewohnern der Stadt Gukowo durch. Die Ermittlungsbehörde leitete ein Strafverfahren gegen Alexei Djadkin, Wladimir Popow, Jewgeni Rasumow, Alexei Gorely, Nikita Moissejew und Oleg Schidlow­ski ein. Den friedlichen Gläubigen wurde vorgeworfen, die Tätigkeit einer extremistischen Organisation organisiert zu haben. Seit August 2020 befanden sie sich im Untersuchungsgefängnis. Wie später bekannt wurde, hatte ein eingeschleuster FSB-Agent sie überwacht. Im November 2021 kam der Fall vor Gericht. Religionswissenschaftler bestätigten, dass die Männer ausschließlich wegen ihrer friedlichen religiösen Betätigung angeklagt wurden. Im September 2022 verurteilte das Gericht Gorely und Schidlow­ski zu 6,5 Jahren und die übrigen Gläubigen zu jeweils 7 Jahren Straflager des allgemeinen Regimes. Berufung und Kassation bestätigten dieses Urteil. Im November 2025 wurden Schidlow­ski und Gorely entlassen, im Mai 2026 Moissejew, Rasumow und Popow, und im Juni 2026 Alexei Djadkin.
Chronologie

Angeklagte in dem Fall

Zusammenfassung des Falles

Region:
Gebiet Rostow
Siedlung:
Gukowo
Woran besteht der Verdacht?:
Nach Ansicht der Ermittlungsbehörde „beriefen sie Versammlungen von Mitgläubigen ein, beteten und sangen Lieder für Gott Jehova“.
Aktenzeichen des Strafverfahrens:
12002600001000874
Eingeleitet:
7. August 2020
Aktueller Stand des Verfahrens:
Das Urteil ist rechtskräftig geworden
Untersuchend:
Ermittlungsabteilung der Ermittlungsbehörde des Innenministeriums und des Ermittlungsausschusses Russlands für die Region Rostow
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation:
282.2 (1)
Aktenzeichen des Gerichts:
1-20/2022 (1-710/2021)
Gericht:
Гуковский городской суд Ростовской области
Richter:
Наталья Батура
Fallbeispiel
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