Verbüßte Strafen

Fünf Jahre Haft sind vorbei. Valeriy Rogozin, 64, verbüßte seine Strafe wegen seines Glaubens

Gebiet Wolgograd

Valeriy Rogozin, der dritte der verurteilten Zeugen Jehovas aus Wolgograd, wurde am 7. April 2026 aus einer Strafkolonie in Udmurtien entlassen. Die langen Jahre der Trennung von seiner Frau Marina liegen nun hinter ihnen – das Paar ist seit mehr als 40 Jahren verheiratet.

"Ich fühle mich wunderbar! Endlich bin ich unter meinen Freunden. Obwohl ich mich durch Briefe immer zu Hause gefühlt habe", sagte Valeriy nach seiner Entlassung.

Rogozin ist ein ehemaliger Militärpilot; Vor seiner Verhaftung arbeitete er als Konstrukteur. Im Mai 2019 wurde Valeriy an seinem Arbeitsplatz festgehalten und in einem Strafverfahren wegen Extremismus für sieben Monate in eine Untersuchungshaft gebracht. Nachdem das Urteil verkündet worden war, wurde der Gläubige erneut hinter Gitter gebracht. "Es war schwer, in einer Zelle zu sein, in der drei von vier Insassen rauchten. Es ist unmöglich, sich an die Bedingungen in einem Gefängnis zu gewöhnen – man kann sich nur daran anpassen", erinnerte sich Valeriy. Briefe waren eine große Stütze für ihn: "Jeder einzelne war wie ein frischer Hauch in einer rauchgefüllten Zelle... Wenn man die Unterstützung Gottes und Freundes spürt, kann man alle Bedingungen ertragen", bemerkte er.

Nachdem das Urteil in Kraft getreten war, wurde Valerij nach Udmurtien verlegt, etwa 1.200 Kilometer von zu Hause entfernt. Im Gefängnis arbeitete Rogozin in einer Nähwerkstatt, und seine Arbeit wurde mehrfach mit Prämien ausgezeichnet. Kurz vor seiner Freilassung erreichte Valeriy das Rentenalter, sodass er nicht mehr arbeiten musste. Dies ermöglichte es ihm, mehr Zeit dem Bibellesen und dem Austausch mit anderen zu widmen.

Der letzte Angeklagte im Wolgograd-Fall gegen die Zeugen Jehovas, Denis Peresunko, wird voraussichtlich im Juni 2026 freigelassen.

Fall Rogosin und andere in Wolgograd

Fallbeispiel
Im Frühjahr 2019 leitete die Ermittlungsbehörde ein Strafverfahren gegen Gläubige aus Wolgograd ein. Sergej Melnik, Igor Egozarian, Walerij Rogosin und Denis Peresunko wurden der Organisation einer extremistischen Vereinigung beschuldigt, gegen die beiden Letztgenannten wurde zudem der Vorwurf der Finanzierung erhoben. Sie saßen zwischen 5 und 7 Monaten im Untersuchungsgefängnis. Die Anwälte wiesen die Richterin auf zahlreiche Verstöße durch die Ermittlungsbehörde hin. Einige Zeugen gaben an, ihre Aussagen seien gefälscht worden. Anonyme Zeugen wurden unter Wahrung ihrer Identität vernommen – nach eigenen Angaben aus Sorge um ihr Leben und ihre Gesundheit. Im September 2021 verurteilte das Gericht die vier Gläubigen zu Freiheitsstrafen von 6 Jahren bis 6 Jahren und 5 Monaten. Im März 2022 bestätigte das Berufungsgericht das Urteil. Im Dezember 2025 wurden Egozarian und Melnik entlassen, im April 2026 hatte Rogosin seine Strafe verbüßt. Als letzter der vier wurde Denis Peresunko im Juni 2026 freigelassen.
Chronologie

Angeklagte in dem Fall

Zusammenfassung des Falles

Region:
Gebiet Wolgograd
Siedlung:
Wolgograd
Woran besteht der Verdacht?:
Nach Ansicht der Ermittlungsbehörde nahm er wiederholt „an Massenveranstaltungen teil, bei denen Audio- und Videomaterialien angesehen, angehört und besprochen wurden, die den Kult der religiösen Überlegenheit der Lehre der Zeugen Jehovas propagieren“.
Aktenzeichen des Strafverfahrens:
11902180028000016
Eingeleitet:
16. Mai 2019
Aktueller Stand des Verfahrens:
Das Urteil ist rechtskräftig geworden
Untersuchend:
Ermittlungsbehörde der Russischen Föderation für das Gebiet Wolgograd
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation:
282.2 (1), 282.3 (1)
Aktenzeichen des Gerichts:
1-2/2021 (1-56/2020)
Gericht:
Тракторозаводский районный суд г. Волгограда
Richter:
Ирина Струк
Fallbeispiel
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