Stenogramm:
Sehr geehrtes Gericht! Heute, wenn ich mich mit meinem letzten Wort an Sie wende, bin ich tief bewegt. Während der zwei Jahre des Gerichtsverfahrens gab es viele schwierige Momente, Sorgen und Überlegungen. Und jetzt, da ich vor Ihnen stehe, möchte ich zunächst Worte aufrichtiger Dankbarkeit aussprechen.
Ich danke Ihnen, sehr geehrter Alexander Sergejewitsch, für Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Geduld und dafür, dass ich gehört wurde. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie während dieser ganzen Zeit mein Würde respektiert haben.
Meinen Dank möchte ich auch der Protokollführerin des Gerichts aussprechen – für Ihre Arbeit, Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Freundlichkeit. Vielleicht wird die Arbeit der Person, die für den Ablauf im Gerichtssaal sorgt, nicht immer bemerkt, aber ich schätze Ihre Haltung sehr.
Besonders danken möchte ich den Anwälten. Danke für Ihre professionelle Arbeit, Ihre Unterstützung, dafür, dass Sie in diesen zwei Jahren an meiner Seite waren. Danke für Ihre Prinzipientreue, Ihren Einsatz und dafür, dass Sie mir geholfen haben, meine Position zu verteidigen.
Ich möchte auch dem Staatsanwalt danken. Auch wenn unsere Ansichten in diesem Verfahren unterschiedlich sind, bin ich Ihnen für Ihr korrektes und respektvolles Verhalten mir gegenüber sehr dankbar. Es ist mir wichtig, dass wir selbst in einem so schwierigen Gerichtsprozess menschliche Würde und gegenseitigen Respekt bewahrt haben.
In meinem letzten Wort möchte ich das Thema Gerechtigkeit ansprechen – denn hier im Gerichtssaal kommen Menschen in der Hoffnung auf eine gerechte Lösung ihrer Probleme. Jeder wünscht sich, geliebt, verstanden und respektiert zu werden. Und ebenso möchten wir alle, dass man uns gerecht behandelt. Aber woher kommt dieses Gefühl? Warum ist es uns so wichtig, dass man uns gerecht begegnet?
Die Antwort habe ich in der Bibel gefunden. Gleich am Anfang, direkt im ersten Kapitel, steht: „Gott sprach: ‚Lasst uns den Menschen schaffen nach unserem Bild, als unser Ebenbild‘“ (1. …